Aufruf: Historikerinnen suchen Zeitzeug:innen

Die Schweizer Bischofskonferenz (SBK), die Römisch-Katholische Zentralkonferenz der Schweiz (RKZ) und die Konferenz der Vereinigungen der Orden und weiterer Gemeinschaften des gottgeweihten Lebens in der Schweiz (KOVOS) haben zwei Historikerinnen der Universität Zürich mit einer Untersuchung des sexuellen Missbrauchs im Umfeld der katholischen Kirche in der Schweiz seit Mitte des 20. Jahrhunderts beauftragt. Für die Hauptstudie, die von Januar 2024 bis Dezember 2026 dauert, suchen die Historikerinnen Personen, die bereit sind, über ihre Erfahrungen im Umfeld der römisch-katholischen Kirche in der Schweiz zu sprechen.

Autor Ludovic Nobel – 18.07.2024

In der Hauptstudie wird den Aussagen und Berichten von Betroffenen und anderen Zeitzeug:innen grosse Bedeutung zukommen. Sie werden den Historikerinnen helfen, weitere Fälle und Mechanismen aufzudecken, die sexuellen Missbrauch ermöglichten oder gar begünstigten, und besser zu verstehen, welche Folgen der Missbrauch für die Betroffenen hatte. Wie bereits im einjährigen Pilotprojekt werden auch in der Hauptstudie sämtliche Diözesen in allen Sprachregionen der Schweiz sowie die staatskirchenrechtlichen Strukturen und die Ordensgemeinschaften in die Untersuchung einbezogen. So wird der sexuelle Missbrauch in der Pastoral, in den zahlreichen katholischen Bildungs- und Fürsorgeinstitutionen sowie in den verschiedenen Ordensgemeinschaften und neuen geistlichen Bewegungen in den Mittelpunkt gerückt.

In diesem Zusammenhang traf sich am 1. Juli 2024 der Generalobere der Missionsgesellschaft Bethlehem (SMB), Ludovic Nobel, mit Prof. Dr. Monika Dommann und Prof. Dr. Marietta Meier, den beiden Historikerinnen, die die Studie über Missbrauchsfälle in der Kirche Schweiz leiten. Seit Ende Februar 2024 arbeiten die Historikerinnen im Archiv der SMB. Dieses ist vorbildlich geführt und bereits gut erschlossen. Aus diesem Grund haben sie darum gebeten, mit ihrer Forschung über die religiösen Gemeinschaften bei der SMB beginnen zu dürfen.

Die Historikerinnen sind daran interessiert, Interviews mit Personen zu führen, die dies wünschen. Dabei geht es nicht unbedingt darum, über Missbrauchsfälle zu sprechen, sondern darum, Erfahrungen im Umfeld mit religiösen Gemeinschaften zu teilen.

Wenn Sie bereit sind, über Ihre Erfahrungen im Umfeld der katholischen Kirche zu berichten, melden Sie sich bitte unter forschung-missbrauch@hist.uzh.ch (deutsch), recherche-abus@hist.uzh.ch (französisch) oder ricerca-abusi@hist.uzh.ch (italienisch).