Hans Egli

Der Gott des Lebens hat unseren Mitbruder Hans Egli (* 19.11.1929; † 13.12.2013), Bethlehemmissionar (SMB), zu sich heimgerufen.

Autor Andreas Oppliger – 20.12.2013

Hans wuchs in Buttisholz LU auf und besuchte das Gymnasium in Immensee. 1949 schloss er sich der Missionsgesellschaft Bethlehem an und empfing 1955 die Priesterweihe.

Im folgenden Jahr reiste er nach Japan aus, wo er sich dem Sprachstudium widmete und in der Seelsorge aushalf. 1963 wechselte er nach Taiwan. Nach dem Chinesischstudium war er zwei Jahre Seelsorger an der Filialkirche Fengli bei Taidong, wo damals viele Christen von der Orchideeninsel ein- und ausgingen.

Von 1966 bis 1975 betreute er in der Stadt Taidong die studierende Jugend. Zu diesem Zweck gründete und leitete er mit grossem Geschick ein Jugendzentrum für über hundert junge Menschen. Anschliessend führte er zwei Jahre lang die Pfarrei Zhiben.

1977 nahm er an der Universität Zürich das Studium der Ethnologie auf, um die Kultur und Sprache des Ureinwohnerstammes der Paiwan zu erforschen. Dieses schloss er 1983 mit dem Lizenziat ab. Als Doktorarbeit legte er in Zürich eine Taiwan-Grammatik vor. Auch gab er ein 600-seitiges Paiwan-Wörterbuch heraus. Zuvor schon hatte er ein Buch über «Die Yami der Orchideeninsel» und «Das Schlangen­symbol» veröffentlicht. Später folgte «Mirimiringan, Mythen und Märchen der Paiwan». Mit der Erforschung der Paiwan-Sprache leistete Hans einen unersetzlichen Beitrag zur Dokumentation einer Sprache, die vom Aussterben bedroht ist.

Während und nach seinem Studium in Zürich arbeitete Hans in der Pfarrei Felix und Regula mit. Vor einigen Jahren erkrankte er an Leukämie. Diesem Leiden erlag er am 13. Dezember 2013 im Spital in Winterthur.